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Lkw-Ladeinfrastruktur in Deutschland

Der Schwerlastverkehr verursacht einen erheblichen Anteil der CO₂-Emissionen im Verkehrssektor. Um die Klimaschutzziele Deutschlands zu erreichen, ist der schnelle Umstieg auf emissionsfreie Nutzfahrzeuge entscheidend. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur für E-Lkw entlang der Fernverkehrsachsen.

Die bundeseigene NOW GmbH koordiniert im Auftrag der Bundesregierung strategische Programme für klimafreundliche Mobilität. Unter ihrem Dach bündelt die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr die Aktivitäten zum Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur in Deutschland. Ziel ist es, Elektromobilität schnell marktfähig zu machen und Planungssicherheit für Industrie und Logistik zu schaffen.

Ladeszenarien: Wo laden batterieelektrische Nutzfahrzuge?

Grafik herunterladen(https://nationale-leitstelle.de/wp-content/uploads/2026/04/LKW-Landschaft-DE_ohneLogos_format-scaled.jpg)

Status quo der öffentlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland

Das Dashboard Lkw-LadeinfrastrukturMONITORING gibt einen Überblick über den Bestand an öffentlich zugänglichen Ladepunkten für Lastkraftwagen in Deutschland (Aktualisierung tertialweise) sowie einen Ausblick über den zukünftigen Ausbau im Rahmen des geplanten Lkw-Schnellladenetzes.

Datenbasis für den Bestand

Der im Dashboard angezeigte Bestand an öffentlich zugänglichen Ladestandorten für Lkw in Deutschland entspricht den bisherigen Rückmeldungen der Betreiber von Lkw-Ladeinfrastruktur aus der Abfrage der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, die tertialweise für den Stand Ende April (T1), Ende August (T2) und Ende Dezember (T3) durchgeführt wird. Zum Bestand werden nur bereits in Betrieb genommene Ladepunkte gezählt.

Installierte Ladeleistung

Die installierte Ladeleistung wird ladestationsbasiert berechnet. Das entspricht dem Minimum aus der Nennleistung der Ladestation und der Summe der maximalen Ladeleistung ihrer Ladepunkte.

Stellplatzlänge

Eine besondere Eigenschaft für Lkw-Ladeinfrastruktur ist die Dimensionierung des dazugehörigen Stellplatzes. Im Dashboard werden im Bestand der öffentlich zugänglichen Lkw-Ladepunkte nur diejenigen angezeigt, deren Stellplatz mind. 16,5 m lang ist, so dass die zugelassene Länge eines Sattelzugs (Zugmaschine und Auflieger) dort Platz findet (§ 32 Absatz 4 Nr.2 StVZO).

Welche Vorteile bieten E-Lkw für die Logistik?

Mautbefreit bis 2031 – deutlicher Kostenvorteil Elektrische Lkw sind bis Ende Juni 2031 von der Lkw-Maut befreit. Das reduziert die Betriebskosten erheblich, insbesondere im Fernverkehr.

THG-Quote steigt – langfristige wirtschaftliche Vorteile Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) soll bis 2040 deutlich steigen. Emissionsfreie Antriebe gewinnen dadurch weiter an wirtschaftlicher Attraktivität und strategischer Bedeutung.

Laden im Betrieb integrieren – ohne zusätzliche Standzeiten E-Lkw werden dort geladen, wo sie ohnehin stehen – im Depot, beim Be- und Entladen oder in Pausen. Separate Tankstopps entfallen.

Lkw-Ladeinfra­struktur in Depots

Der Übergang zur Elektromobilität ist ein wesentlicher Schritt zur Reduzierung von Emissionen im Verkehrssektor und zur Förderung einer nachhaltigen Logistik. Insbesondere im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge spielt das Depotladen eine zentrale Rolle. Logistikunternehmen, die frühzeitig mit dem Umstieg beginnen, positionieren sich strategisch für die kommenden Jahre und sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Das Laden am Depot ermöglicht es, E-Lkw effizient und zuverlässig direkt auf den Betriebsgeländen der Unternehmen zu laden, während die Fahrzeuge nicht im Einsatz sind. Das Laden an Depots und Betriebshöfen spielt somit eine zentrale Rolle für den Einsatz von E-Lkw. Zudem ist die gemeinschaftliche Nutzung von Ladeinfrastruktur durch Logistikunternehmen, etwa in Gewerbegebieten oder Logistikhubs, als relevanter Anwendungsfall zu berücksichtigen.

Der im November 2023 veröffentlichte Leitfaden „Einfach laden am Depot“ hilft Unternehmen mit Lkw-Flotte beim Einstieg in die Elektromobilität und unterstützt beim Transformationsprozess hin zu einer emissionsarmen Logistik. In drei Kapiteln vermittelt der Leitfaden wesentliche technische Begrifflichkeiten, erläutert beispielhaft den Prozess von der Planung bis zum Betrieb der Ladeinfrastruktur am Betriebshof und nimmt die wirtschaftlichen Aspekte der Umstellung in den Blick. Die einzelnen Abschnitte enthalten Antworten zu den wesentlichen Fragestellungen und geben Praxistipps.

Der Leitfaden basiert auch auf Erkenntnissen der Task-Force Depotladen von BMWi (heute: BMWK), NOW GmbH und der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur im Rahmen des Gesamtkonzepts klimafreundliche Nutzfahrzeuge gebildet wurde. Insgesamt nahmen an den sechsmonatigen Task-Force-Prozess ca. 60 Vertreterinnen und Vertreter aus 40 Organisationen und Unternehmen teil.

Die im Mai 2026 veröffentlichte Kurzanleitung zum Aufbau von Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Lkw im Depot basiert auf dem Leitfaden von 2023 und richtet sich gezielt an Logistik‑ und Transportunternehmen, die ihre Flotten elektrifizieren möchten.