03.09.2026

Schweiz: Bereits 1’860 lokale Strom­ge­mein­schaf­ten

In der Schweiz können PV-Eigentümer Solarstrom über lokale Stromgemeinschaften (LEG) an den Nachbarn verkaufen (Foto: 3S.SwissSolarSolutionsAG).

Seit Anfang 2026 können sich in der Schweiz lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) zusammenschliessen. Bereits im ersten Halbjahr entstanden landesweit schätzungsweise 1’860 LEG. Das zeigt eine Erhebung von Swissolar bei den 30 grössten Verteilnetzbetreibern. Direkt erfasst wurden 1’323 Gemeinschaften in Netzgebieten, die rund 71 Prozent der Schweizer Bevölkerung abdecken. Die 1’860 sind deshalb eine Hochrechnung.

Wie funktioniert eine LEG?

Vereinfacht gesagt entsteht dabei ein lokaler Strommarkt: Wer beispielsweise mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom produziert, kann diesen Strom innerhalb der Gemeinschaft an Nachbarn verkaufen. Diese beziehen den lokal produzierten Strom, wenn er verfügbar ist. Reicht er nicht aus, kommt wie bisher Strom aus dem öffentlichen Netz dazu. Der Netzbetreiber bleibt für den Netzbetrieb und die Abrechnung zuständig.

Den Preis für den innerhalb der LEG gehandelten Strom können die Beteiligten grundsätzlich selbst festlegen. Zusätzlich fallen weiterhin Kosten für die Nutzung des Stromnetzes an. Die Möglichkeit zur Bildung einer LEG ist allerdings durch die Gemeindegrenze und die vorhandene Netztopologie begrenzt.

Die bisher entstandenen Gemeinschaften sind meist klein: Im Durchschnitt zählen sie rund 7,2 Teilnehmende beziehungsweise Anschlüsse. Die Spannweite reicht allerdings von nur drei bis zu 29 Teilnehmenden. Damit reicht das Spektrum von kleinen Zusammenschlüssen in einer Nachbarschaft bis zu grösseren Gemeinschaften.

Interessant ist auch die Zusammensetzung: Rund 78 Prozent der Teilnehmenden sind reine Strombezüger, 9 Prozent produzieren ausschliesslich Strom und 13 Prozent sind sogenannte Prosumer – sie produzieren und verbrauchen Strom. Insgesamt erzeugen damit rund 22 Prozent der LEG-Teilnehmenden selbst erneuerbaren Strom.

Der schnelle Start zeigt das Interesse an lokalem Energy Sharing. Gleichzeitig gibt es noch Unterschiede zwischen den Regionen und praktische Hürden. Swissolar fordert unter anderem bessere Rahmenbedingungen bei Netznutzungsrabatten sowie die Möglichkeit, Strom innerhalb einer LEG auch über verschiedene Netzebenen und Gemeindegrenzen hinweg auszutauschen.

In Liechtenstein werden Energiegemeinschaften ab 2027 möglich sein(https://solargenossenschaft.li/energiegemeinschaften-in-fl-ab-2027-moeglich/).

Quelle:solarserver.de(https://www.solarserver.de/2026/09/02/schweiz-gruendet-1-860-lokale-stromgemeinschaften-leg-im-ersten-halbjahr-2026)

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